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Die Legende ... noch besser!

Was will man über den TS808 noch groß erzählen? Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Ich darf mich, wie wahrscheinlich viele, zu beiden Parteien zählen.

Mit 17 Jahren den ersten TS gekauft, angesteckt, alles auf Noon und dann ...! Dann passierte gar nichts. „Das Pedal macht ja überhaupt nichts“, habe ich mir gedacht. Nu Metal war gerade in vollem Gange und genau diesen Sound hatte ich erwartet, als ich ihn vor meinen Transistor Combo hing. Also wieder weg mit diesem sinnlosen Pedal.

Erst 20 Jahre später habe ich durch YouTube und den Austausch mit anderen Musikern verstanden, was dieses Pedal eigentlich macht, machen soll und wofür man es einsetzen kann. Vom Delta Blues bis zum Death Metal findet dieses Pedal seinen Platz in nahezu jedem erdenklichen Genre.

Die Formel mit TS ist dabei eigentlich ganz einfach:
Perfekter Sound + TS = Übersound.

Warum also dieses Pedal überhaupt modden? Gute Frage! Nächste Frage: Warum gibt es dann so viele Mods?

Ich denke, aus zwei simplen Gründen. Erstens, weil man es kann. Und zweitens, weil wir in der Masse immer nach etwas Individuellem suchen. Ähnlich wie in der Mode wollen wir nicht aussehen wie alle anderen. Beim eigenen Sound ist es nicht anders. Individualität ist das, wonach wahrscheinlich jeder Musiker irgendwann strebt.

Einige der heute bekannten Kult Mods entstanden für Studios, Session Musiker oder ganz bestimmte Einsatzzwecke. Pros aus aller Welt haben über Jahrzehnte ihren Beitrag dazu geleistet, den Tube Screamer immer wieder neu zu interpretieren.

Ich sage dazu nur ...
Fuck off! Mein Mod ist besser!



A Ton of Mods

  • True Bypass
  • Alle Bauteile des originalen Switching Systems entfernt
  • Soft Switch
  • Optimierter Output Buffer
  • Interne 18 V Spannungsversorgung
  • Gesockelter JRC4558D
  • Glas Mod ... schaltbar
  • Low End Boost ... schaltbar
  • Second Clipping Stage ... schaltbar
  • 6 dB Solo Boost auf Fußschalter ... sperrbar!

Feet too big for two switches?

Don’t worry ... I fixed that too!

Mods

True Bypass

Der Buffer Bypass wird komplett durch eine Relaisschaltung ersetzt. Zusätzlich werden alle Bauteile des originalen Switching Systems entfernt. Das sind tatsächlich mehr Bauteile als im eigentlichen Audioschaltkreis. Sie werden also nicht einfach nur überbrückt. Das hält GND, Audio und Spannungsversorgung sauber und unbeeinflusst.

Der Output Buffer im Audioweg wurde in diesem Zuge ebenfalls optimiert. Nicht zuletzt deshalb, weil wir hier, ganz am Ende der Signalkette, auch den 6 dB Solo Boost erzeugen.

Soft Switch

Ich nutze in meinen Pedalen nur noch Soft Switches mit Relais. Knackfrei, geiler zu bedienen und gerade beim Recording am Schreibtisch deutlich angenehmer. Ganz einfach hochwertiger.


TS808 Stoll Effects Studio Mod Innenansicht

Sockel

Der im Reissue verbaute JRC4558D ist genauso gut wie derselbe JRC4558D von der Japan Radio Company. Wenn ich Zucker in Japan raffiniere, schmeckt der in den USA hergestellte Zucker schließlich auch nicht plötzlich anders.

Bist du da anderer Meinung oder möchtest lieber einmal Stevia oder Süßstoff probieren? Kein Problem. Durch den von mir verbauten Sockel lässt sich der OP Amp ganz einfach und ohne Löten austauschen. Damit kannst du selbst verschiedene und interessante OP Amp Varianten ausprobieren.

Real 18V!!!

Intern verdopple ich die 9 V nicht nur, sondern erzeuge zusätzlich eine negative Spannung. Das bedeutet deutlich mehr Headroom als bei einem gewöhnlichen 18 V Mod.

Wieso mehr, wenn 18 V doch einfach 2 x 9 V sind? Dafür müssen wir etwas tiefer einsteigen.

Wenn wir ein Pedal mit 9 V betreiben, liegt der virtuelle GND in der Mitte bei 4,5 V. Wir brauchen schließlich sowohl nach oben als auch nach unten Platz für unser Audiosignal. Bei einem einfachen „Ready for 18 V“ Mod würden wir das Pedal mit 18 V betreiben und die Mitte läge bei 9 V. Gegenüber der Standard Variante hätten wir unseren verfügbaren Headroom damit ungefähr verdoppelt.

Bei meinem Mod erzeuge ich intern +18 V und −9 V. Der Bezugspunkt des Audiosignals bleibt bei etwa 4,5 V. Damit stehen theoretisch ungefähr 13,5 V in beide Richtungen zur Verfügung. Bauteilverluste und die reale Schaltung reduzieren das natürlich etwas. Trotzdem bleibt erheblich mehr Headroom als bei einer einfachen Versorgung des Pedals mit 18 V.

Komm bloß nicht auf die Idee, deshalb zusätzlich mit 18 V ins Pedal zu gehen. Das würde das Pedal zerstören ... und ich finde das raus!

Glas Mod

Just a fancy word for treble?

Der Glas Mod verändert die Frequenzkurve und bringt mehr obere Mitten ins Spiel. Wer findet, dass der TS noch mehr Höhen braucht, als er ohnehin schon hat, ist hier genau richtig.

Second Clipping Stage

Hier aktivierst du eine zweite Diodenstufe zur zusätzlichen Abrundung des Clippings. Genau diese Art der Abrundung trägt wesentlich zu dem röhrenähnlichen Charakter bei, für den der Tube Screamer ursprünglich entwickelt wurde.

Mit der zweiten Stage wird das Clipping noch runder und weicher. Dadurch bekommt das Pedal noch einmal einen anderen Charakter. Besonders die Höhen werden dabei beeinflusst, da die Signalspitzen zuerst stärker abgerundet werden.

Das lässt sich ganz einfach über das Tone Poti oder den Glas Mod wieder ausgleichen. Zusammen mit den ohnehin vorhandenen drei Potis entstehen so unglaublich viele Variationen. Genau daher kommt schließlich auch der Name ... Studio Mod.

Low End Boost

Für alle, die zu Hause oder generell alleine spielen, bringt der Low End Boost mehr Luftbewegung aus deinen Boxen. Der zusätzliche Bassanteil ist eine mega Ergänzung, wenn du gerade nicht versuchst, dich in der Bandprobe gegen Bass und Drums durchzusetzen.

6 dB Solo Boost

Über den linken Fußschalter kannst du die Lautstärke ganz am Ende des Pedals um 6 dB boosten. Im Grunde so, als würdest du das Volume Poti für dein Solo auf und danach wieder zurückdrehen.

Wenn du jetzt denkst, dass du das ganze Pedal mit deiner Schuhgröße oder bei Bewegung auf der Bühne ohnehin niemals zuverlässig bedienen kannst ... kein Problem. An diese Situation habe ich bereits gedacht.

Drücke den Solo Fußschalter für drei Sekunden und warte das zweimalige Blinken der LED ab. Der Solo Boost ist jetzt gesperrt. Wenn du anschließend beide Fußschalter gleichzeitig triffst, reagiert das Pedal ausschließlich auf den rechten Bypass Schalter. Der linke Fußschalter bleibt ohne Funktion.

Halte ihn erneut für drei Sekunden gedrückt und der Solo Boost wird wieder freigegeben.

Produktinformationen "TS808SE Studio Mod"

Technische Daten

Länge 124mm
Breite 67mm (74mm inkl. Buchsen)
Höhe 53mm
Gewicht 580g
Spannung 9V DC (center-negative) 
Strom 85mA (9V)
Netzteil enthalten Nein
Batteriefach Nein
  • RoHS Konform
  • CE (EU) Konform
  • Made in Japan - Modded in Germany